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Nachruf für Altbürgermeister Helmut Glaser

Am 21. Oktober 2017 verbreitete sich rasch die traurige Nachricht, dass der beliebte Voitsberger Altbürgermeister und Bezirksschulinspektor a. D. Helmut Glaser verstorben ist.

Stadtpfarrer Mag. Gerald Krempl hielt in der St. Josefskirche in Voitsberg  den Trauergottesdienst. Abordnungen der Feuerwehren Voitsberg und Krems, des Kameradschaftsbundes, des ATUS und der Bergkapelle Hödlgrube-Zangtal sowie zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport bekundeten durch ihre Teilnahme an der Verabschiedung die Verbundenheit zum Verstorbenen.

Bürgermeister Ernst Meixner hielt zu Ehren des verdienten Voitsbergers nachstehende Trauerrede.

 

Liebe Dagmar, liebe Karin, geschätzte Angehörige, werte Trauergemeinde!

Wir alle hätten uns gewünscht, dass der Grund, warum wir heute hier sind, ein anderer wäre. Dieser Moment, der Verlust eines großartigen Menschen, kam für uns alle viel zu früh und überraschend!

Fassen kann es wohl keiner, Helmut, dass du nicht mehr unter uns weilst. Für viele warst und bist du eine wichtige Säule, auf denen unser Voitsberg, das du in deiner Ära zukunftsfit gestaltet hast, aufgebaut ist.

 Erlauben Sie mir, werte Trauergemeinde, dass ich zumindest einige markante Punkte seines Lebens und seiner richtungsweisenden erfolgreichen Laufbahn skizziere:

Geboren wurde Helmut am 29.11 .1939 in Voitsberg, 1966 heiratete er seine Dagmar, 1969 kam Tochter Karin zur Welt.

Sein Traumberuf war der des Lehrers. Nach Besuch der Lehrerbildungsanstalt in Graz 1959 fand er seine erste Dienststelle an der VS Ligist. Von1962 bis 1989 unterrichtete er an der Hauptschule Voitsberg, war bis 1997 Bezirksschulinspektor und wurde für sein Wirken 1995 mit dem Titel Regierungsrat ausgezeichnet.

Bildung war ihm wie Sport und Kultur sehr wichtig. So war er über 10 Jahre - von 1965 bis 1975 - Bezirksjugendreferent und Leiter der Stadtbücherei Voitsberg.

Nachhaltig geprägt hat er vor allem das Sportleben in unserer Stadt. Er war in vielen Sportvereinen der Stadt aktiv tätig, so auch in seinem ATUS Voitsberg. Jahrelang war er dort Leiter der Sektion Turnen und übernahm später auch die Funktion des Obmannes. Er hatte immer ein offenes Ohr für die Anliegen seiner Sektionsleiter und unterstützte sie, wo er nur konnte. In der für ihn typischen Art sorgte er auch dort für geselliges Klima in den Sektionen und damit auch für einen Höchststand in der Mitgliederzahl.

Seine Liebe zum Sport zeigte sich in vielen Funktionen bei unseren Vereinen. Bis zuletzt war er auch Obmann des Jugendhandballklubs Voitsberg, viele Jahre Präsidiumsmitglied in der ASKÖ – Bundesorganisation, in der ASKÖ Steiermark, in der er auch Jahre lang Vizepräsident war und im steirischen Landessportbeirat.

In unserer SPÖ war er

  • Parteimitglied seit 1.11.1960
  • Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat
  • Stadtparteivorsitzender
  • Mitglied im Bezirksparteivorstand und im Bezirksparteipräsidium, in denen er auch einige Jahre Vorsitzender – Stellvertreter war
  • Am 14.6.2000 wurde ihm für sein Wirken die höchste Auszeichnung der Partei, die Victor-Adler-Plakette, verliehen

ln unserer Stadtgemeinde Voitsberg war er

  • von 1968 bis 1975 Gemeinderat, seine Schwerpunktarbeit sah er im Jugend-, Kultur- und Sportbereich
  • von 1975 bis 1979 Stadtrat
  • von 1979 bis 1985 Finanzstadtrat
  • von 1985 bis 1991 1. Vizebürgermeister
  • 1991 kurz Landtagsabgeordneter
  • und von1991 bis 1997 Bürgermeister mit dem besten Wahlergebnis in der Geschichte der Nachkriegszeit

Ich durfte Helmut seit Mitte der 80iger Jahre begleiten und von ihm viel lernen, für mich war er mein Mentor. Das Stadtmagazin Voitsberg aktuell haben wir gemeinsam geboren. Für meine Arbeit als sein Nachfolger war er mein Vorbild und immer wieder auch mein Berater.

In der Sparkasse Voitsberg - Köflach war er zwischen 1986 und 1997 Mitglied und alternierend Vorsitzender des Arbeitsausschusses, des Aufsichtsrates und des Sparkassenrates.

Gute Arbeit bedeutet auch zahlreiche Auszeichnungen, so erhielt Helmut unter anderem

  • das ASKÖ Ehrenzeichen in Silber und Gold
  • das Silberne Ehrenzeichen des Steir. Fußballverbandes
  • das Landessportehrenzeichen
  • das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich
  • das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Voitsberg
  • die Sparkassen Ehrennadel in Silber und in Gold
  • das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark
  • und den Ehrenring der Stadt Voitsberg

Vor allem auch kommunale Projekte von besonderer Bedeutung kennzeichnen in seiner Ära als Bürgermeister seinen Weg. Um nur einige zu nennen:

  • den Ankauf von rund 100.000 m2 Industriegrundflächen, die mit Unterstützung des Landes bestens aufgeschlossen wurden
  • den Bau einer Nutzwasserleitung, für den wir 1994 den Umweltschutzpreis des Landes Steiermark bekamen
  • die Trinkwasserversorgung für den Lobmingberg
  • die gemeinsam mit der Bevölkerung unter professioneller Leitung Erstellung des Entwicklungskonzeptes „Vision Voitsberg“ für die Stadt, sowohl für das Jubiläumsjahr 1995 - 750 Jahre Stadt Voitsberg - als auch für die Bewältigung der Lebensfragen im neuen Jahrtausend
  • den Baubeginn des Sportzentrums Josefschacht
  • die Errichtung eines neuen Rüsthauses für die FF Voitsberg.
  • Neue Wege in der Gesundheitspolitik. Gesundheitstage für die Bevölkerung mit namhaften und anerkannten Persönlichkeiten,

Ermöglichung einer flächendeckenden kostenlosen Schlaganfallvorsorgeuntersuchung für alle Voitsbergerinnen und Voitsberger, die älter als 50 Jahre sind.

  • Unterstützung bei der Errichtung des Psychosozialen Zentrums
  • Starke lmpulse in der Kulturpolitik wie die Voitsberger Humanismusgespräche oder die Herausgabe der Voitsberger Manuskripte neben vielen anderen kulturellen Aktivitäten
  • Spitzenveranstaltungen im Sportbereich wie Staatsmeisterschaften im Tennis, Schach usw., oder den Weltcup im Tanzen
  • 1994 wurden wir fahrradfreundlichste Gemeinde der Steiermark
  • Spitzenplatzierungen im Blumenschmuckwettbewerb des Landes Steiermark mündeten1997 in der Auszeichnung „Schönste Blumenstadt der Steiermark“
  • Internationale Kontakte im Schul- und Städtebereich waren ihm besonders wichtig, so folgte 1997 die Unterzeichnung der EU- Städtepartnerschaft mit San Martino, Schulkontakte gab es u.a. mit Köszeg, einer Gemeinde in Ungarn

Dies sind nur einige der vielen Projekte und Initiativen, die RR Helmut Glaser im Laufe seiner Tätigkeit zum Wohle der Stadt und der Region umgesetzt hat.

Lieber Helmut,

Du warst ein guter Freund und Zuhörer, ein Mensch, der auch in schwierigen Situationen immer großen Kampfgeist gezeigt hat und sich niemals beklagte. Wenn es mal eng wurde, fandest du immer eine Lösung, hast uns in schwierigen Zeiten Mut gemacht. Du warst für mich, für uns, ein Freund, der da war, wenn man ihn brauchte.

Du warst ein Mensch, der allen Facetten des Lebens einen Sinn gegeben hat. So wirst du in unseren Herzen weiter leben als ein Mensch, der danach strebte, möglichst viele Menschen glücklich und die Welt ein bisschen besser zu machen.

Du wirst in uns weiter leben als ein Mensch, der mit seiner Herzlichkeit, mit seiner Hilfsbereitschaft, seiner sozialen Ader und Freundlichkeit so vielen anderen Menschen Freude gegeben hat.

Mit dem Tod eines geliebten und geachteten Menschen, wie du es warst, verliert man vieles, niemals aber die gemeinsam verbrachte Zeit. Für diese Zeit danken wir dir, Helmut.

Auf deiner Parte steht: „Gedanken – Augenblicke. Sie werden uns immer an dich erinnern, uns glücklich und traurig machen und dich nie vergessen lassen“. Wir werden dich nicht vergessen, Helmut.

Wenn da weiters stand „Er liebte das Leben, er hat es gelebt!“, das hast du wirklich getan. Wir werden dich vermissen, ruhe in Frieden!

Glück auf und Freundschaft!

Erwähnens- und bemerkenswert ist auch das Kulturprojekt „ProVinz“, das Helmut Glaser mit den Künstlern Franz Dampfhofer und Siegfried Amtmann ins Leben gerufen hat.

Startrompeter und persönlicher Freund des Verstorbenen Toni Maier verabschiedete sich mit zwei Solostücken auf seiner Trompete und bedankte sich in einer persönlichen Trauerrede bei „Heli“ für seine gelebte Kameradschaft und Freundschaft.

Mit der Verabschiedung des Verstorbenen durch die Familie vor der Überführung in die Feuerhalle nach Graz endete dieser traurige Feierlichkeit für die Stadt Voitsberg.


Text: Walter Ninaus

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